Amorphe und mikromorphe Solarzellen (a-Si/ µ-Si) Solarzellen aus amorphem Silizium bilden eine inzwischen weit verbreitete Dünnschicht Technologie. Dabei werden die Halbleiter auf Glas oder flexible Trägermaterialien wie Metallsubstrate aufgetragen. Eine Variation dieser Technik sind Tandemmodule, auch Doppeldecker-Zellen genannt, die je aus zwei amorphen und mikromorphen Siliziumschichten bestehen. Amorphe Siliziumzellen erreichen Wirkungsgrade von 6,5 Prozent, Tandemzellen kommen auf 8,5 Prozent. Amorphe Siliziumzellen sind gekennzeichnet durch geringe Materialkosten und eignen sich zudem bei diffusen Lichtverhältnissen und ungünstigeren Einfallswinkeln des Sonnenlichts. Darüber hinaus erreichen sie stabile Erträge über mehr als zehn Jahre. Erst dann setzt der für Dünnschichtzellen typische Verschleiß, die Degradation, spürbar ein. Nachteil ist der wesentlich geringere Wirkungsgrad, der etwa 50 Prozent unter dem von konventionellen kristallinen Siliziumzellen liegt [LBBW: 2009, S. 104]. Cadmium-Tellurid (CdTe) Bei Cadmium-Tellurid handelt es sich um die Dünnschicht Technologie, die bereits die größte Marktdurchdringung erreicht hat. Zur Produktion werden feine Schichten aus Cadmium-Tellurid auf Trägermaterialien aufgebracht. Die Wirkungsgrade dieser Zellen erreichen bereits Werte von neun bis elf Prozent. Dabei ist der Erfolg der Technik in den vergangenen Jahren insbesondere durch das US-amerikanische Unternehmen First Solar gekennzeichnet. Die Vorteile von Cadmium-Tellurid-Zellen liegen in den geringen Produktionskosten aufgrund der schnellen Auftragungsprozesse und des geringen Rohstoffverbrauchs. Daneben können relativ hohe Wirkungsgrade auch unter Schwachlicht erreicht werden. Diese Solarzellen zeigen zudem gute Leistungen bei hohen Temperaturen, was sie besonders in warmen, strahlungsintensiven Regionen einsetzbar macht [EuPD Research: 2009b, S. 20]. Einen Nachteil sehen Experten auf der einen Seite im seltenen und damit teuren Rohstoff Tellur, sowie dem Einsatz von Cadmium. In der jüngsten Vergangenheit sehen sich Hersteller vermehrt mit Imageproblemen aufgrund des eingesetzten Schwermetalls Cadmium konfrontiert. CdTe-Zellen: Geringe Kosten, hohe Wirkungsgrade © DCTI 2009 | Studienband 1 - Solarenergie KAPITEL III 15