Kupfer-Indium-(Gallium)-Selen (CIS/ CIGS) Solarzellen aus Kupfer-Indium-(Gallium)-Selen-Verbindungen gelten unter Marktexperten neben CdTe-Zellen als die attraktivste Technologie im Dünnschichtbereich. Dabei werden die Halbleiter synchron auf die Glasoberflächen aufgedampft. In der Praxis erreichen Module Wirkungsgrade zwischen zehn und zwölf Prozent. Führend in der Herstellung ist etwa die baden-württembergische Würth Solar GmbH mit ihren Anwendungen für die Gebäudeintegration. Die Attraktivität dieser Technik liegt in der Kombination hoher Wirkungsgrade bei gleichzeitig geringen Herstellungskosten. Daneben ergeben sich Vorteile durch ein sehr gutes Schwachlichtund ein verbessertes Temperaturverhalten. Allerdings erreichen diese Zellen bislang noch keine große Marktdurchdringung, wenngleich Experten CIS und CIGS hohe Potentiale zusprechen. Durch eine Ausweitung der Produktion ist jedoch auch eine Verteuerung der sehr seltenen Rohstoffe Indium und Gallium nicht auszuschließen. Engpässe und Preisanstiege könnten die Folge sein [LBBW: 2009, S. 105]. Organische Photovoltaikzellen Organische Photovoltaik: Einsatz von Chlorophyll Bei der organischen Photovoltaik basieren die Halbleitermaterialien auf Werkstoffen der organischen Chemie. Die sogenannte Grätzel-Zelle verwendet zur Absorption von Licht etwa Farbstoffe wie das pflanzliche Chlorophyll. Ein weiteres Verfahren setzt auf leitfähige Polymere in Form von Kohlenwasserstoffpolymeren. Aufgrund der geringeren Wirkungsgrade und einer geringeren Halbwertszeit werden mögliche Anwendungsbereiche vor allem in netzfernen Applikationen gesehen. Attraktiv könnte der Einsatz dieser Techniken insbesondere bei mobilen Endgeräten der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik oder in energieautarken Mikro- oder Sensornetzwerken sein. Durch die nur wenige Nanometer dicke Schicht von 1/100 der Dicke eines Menschenhaars ergibt sich eine hohe mechanische Flexibilität bei gleichzeitig geringem Gewicht. Der große Nachteil liegt in der erheblich kürzeren Lebensdauer von nur wenigen Monaten im Vergleich zu anderen Solarzellen. Daneben muss der Wirkungsgrad der Zellen deutlich erhöht werden. Momentan liegt dieser bei Testverfahren noch zwischen zwei und fünf Prozent. 16