Privatkundensegment Das Privatkundensegment bildet in Deutschland das Fundament der solaren Erfolgsgeschichte. Bis 2008 wurden mehr als 300.000 Anlagen auf Ein- und Zweifamilienhäusern verbaut und kamen auf eine kumulierte Leistung von rund zwei GW. Damit hat das Segment einen Marktanteil im Aufdach-Bereich von knapp 40 Prozent [EuPD Research: 2009d, S. 37]. Betrachtet man zudem die Mehrparteien- und Mietshäuser, so wurden hier weitere 190 MW installiert, was einem Marktanteil von 3,9 Prozent entspricht [ebd., S. 42]. Typische Photovoltaiksysteme im Privatkundensegment haben in Deutschland eine Größe von bis zu 10 kW. Alleine im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäusern ergibt sich ein Gesamtpotential von mindestens 42 GW, das auf privaten Dachflächen installiert werden könnte. Zubauten bis zu 99 GW sind unter optimalen Bedingungen – theoretisch – möglich. Eine solche Potentialanalyse zeigt, dass die Marktsättigung selbst in einem Land wie Deutschland, das zu den solaren Vorzeigenationen zählt, bislang nur zwischen zwei und vier Prozent liegt [ebd., S. 39]. Daneben wird das Potential im Mehrfamilienhaussegment von Experten konservativ auf 11,5 GW, optimistisch auf 22,2 GW geschätzt [ebd., S. 43]. Das Potential im Bereich kleiner Aufdachanlagen ist also auch in Deutschland immer noch enorm und bietet Unternehmen gute Wachstumsmöglichkeiten. Dabei stellt sich die Frage, wie diese Potentiale erschlossen werden können. Neben ökologischen und technologischen Gesichtspunkten spielen auch ökonomische Aspekte eine Rolle. Hauptgrund für die Installation einer Photovoltaikanlage ist die Rendite, die ein Anlagenbetreiber erwirtschaften kann, gefolgt von Umweltschutzgedanken. Bei weiter steigenden Energiepreisen wird außerdem eine autarke Energieversorgung der Haushalte zunehmend interessanter. Diese Potentiale in den Ländermärkten zu erschließen, ist nach der Großserienreife der Technologie nun der zweite Schritt auf dem Weg zu einem wettbewerbsfähigen Massengut. Gewerbliche Kunden: Anlagen werden immer größer Gewerbliches Segment In diesen Bereich fallen industriell und gewerblich genutzte Gebäude genauso wie Liegenschaften in öffentlicher Hand. Nach den Ein- und Zweifamilienhäusern haben industriell und gewerblich genutzte Gebäude bislang im Aufdachbereich einen Anteil von 24,9 Prozent und bilden das drittgrößte Segment in Deutschland. Bis Ende 2008 wurden insgesamt 1,2 GW installiert. Auffallend in diesem Sektor ist die Steigerung der Anlagengröße von durchschnittlich 38 kW auf 57 kW in den letzten fünf Jahren [ebd., S. 48]. Auch der Sektor der öffentlichen Gebäude birgt noch enormes Potential. Bislang wurden in Deutschland 68 MW installiert, 2,5 GW seien allein hier realisierbar [ebd., S. 45]. Das theoretische Potential bei industriell und gewerblich genutzten Gebäuden liegt dagegen bei 25 GW. Die Entwicklung und der weitere Zubau sind maßgeblich von der künftigen Kapitalbeschaffung für die Projektvorhaben abhängig. Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise und der restriktiven Kreditvergabe der Banken ein überaus heikles Thema. © DCTI 2009 | Studienband 1 - Solarenergie KAPITEL III 19