Zudem bedeutet die Investition in eine Photovoltaikanlage immer einer langfristige Kapitalbindung. Hier ist sicherlich noch größere Überzeugungsarbeit seitens der Industrie nötig [ebd., S. 49 f.]. Landwirtschaftliche Betriebe Kurz nach Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) waren Landwirte eine der ersten Kundengruppen, die umfangreich in Photovoltaikanlagen investierten. 2004 hielten sie einen Marktanteil von 35 Prozent. Das Segment verlor bis 2008 allerdings an Bedeutung, was auch auf die steigenden Anteile von großen Aufdachanlagen zurückzuführen ist, die auf industriell genutzten Gebäuden errichtet wurden. Bis Ende 2008 wurden insgesamt 1,5 GW an Photovoltaikleistung installiert. Gemessen an der kumulierten Leistung halten landwirtschaftliche Gebäude immer noch einen Marktanteil von knapp 30 Prozent [ebd., S. 46 f.]. Trotz der hohen kumulierten Leistung ergibt sich ein Potential von 22 GW. Auch wenn in manchen Regionen Deutschlands – insbesondere in Baden-Württemberg und Bayern – schon erste Sättigungen zu erkennen sind, wird ein erheblicher Zubau erwartet. Der aktuelle Preisrückgang bei Photovoltaiksystemen drückt den Anschaffungspreis, wodurch selbst in sonnenärmeren Regionen attraktive Renditen erwirtschaftet werden können. Das wird in allen Endkundensegmenten zu einer steigenden Nachfrage führen [a.a.O.]. Freiflächensegment Freiflächensegment konstant bei zehn Prozent Marktanteil Freiflächenanlagen haben in den letzten Jahre einen konstanten Anteil von rund zehn Prozent. Solche gewerblichen Großanlagen wurden vor allem in Bayern, rund um Halle, Leipzig und Bitterfeld sowie dem Saarland, Rheinland-Pfalz bis nach Südhessen gebaut. Dabei wurden allein 2008 Großanlagen mit einer Nennleistung von 177 MW neu installiert. Wichtigstes Kriterium eines solchen Großprojekts ist dessen Rendite. Häufig investieren gewerbliche Anleger, Bankhäuser oder Investorengruppen in solche Kraftwerke. Damit sind Gewinnausschüttungen und kurze Amortisationszeiten treibend. Dementsprechend wandelte sich auch die eingesetzte Technologie im Laufe der Jahre. Wurden 2004 noch überwiegend kristalline Module verbaut, werden heute fast ausschließlich Dünnschichtmodule in Freiflächenanlagen eingesetzt. Zwar sind die Leistungsdaten heutiger Dünnschichtmodule etwas geringer als die moderner kristalliner Module, doch die sehr viel günstigeren Herstellungskosten verschaffen der Dünnschicht einen entscheidenden Vorteil [ebd., S. 51 f.]. Eine andere relevante Größe im Bereich der Freifläche spielt die politische Unterstützung. So unterstützt Baden-Württemberg Großanlagen bislang eher zurückhaltend wohingegen Brandenburg verstärkt auf den Einsatz großer Photovoltaikanlagen setzt. Bis 2020 sollen hier 20 Prozent des Primärenergiebedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Dazu sollen auch Freiflächenanlagen, etwa auf ehemaligen Militärgeländen, maßgeblich beitragen [a.a.O.]. 20