Silizium wurde 2007 noch in 85 Prozent der weltweit hergestellten Solarzellen als Halbleiter genutzt [DCTI: 2009, S. 2]. Hochreines Solarsilizium wird aus Quarzsand gewonnen. In einem nächsten Schritt wird das Silizium nach der Gewinnung gereinigt und anschließend in sogenannte Ingots, große Siliziumblöcke, gegossen. Monokristalline Ingots haben eine runde, säulenartige Form und werden gezogen, während polykristalline Ingots zu eckigen Siliziumblöcken gegossen werden. Auf der nächsten Stufe werden die kristallinen Siliziumblöcke in hauchdünne Siliziumscheiben, die Wafer, geschnitten und gereinigt. Bei den Zellproduzenten erfolgt schließlich die Verarbeitung der Siliziumscheiben zu photovoltaischen Zellen. Dabei werden elektronische Metallkontakte auf die Vorder- und Rückseite des Wafers aufgebracht, wodurch später der elektrische Strom geleitet wird. Nach der Herstellung werden die einzelnen Solarzellen zu Modulen zusammengeschaltet. Spezialisten dieser Wertschöpfungsstufe sind etwa die deutsche Q-Cells und ihre Tochterfirmen, wie der vollintegrierte Modulhersteller Sovello. Doch auch Firmen aus anderen Wirtschaftszweigen zeigen zunehmend Interesse an der Solartechnik. So produziert der deutsche Industriekonzern Bosch nach der Übernahme des Solarherstellers Ersol nun auch eigene Photovoltaikprodukte, ebenso wie die deutsche Würth Solar, die inzwischen als führender Hersteller von CIS Modulen gilt. Zur Stufe der Systemdienstleister gehören Photovoltaikgroßhändler und Systemintegratoren. Das Kerngeschäft auf dieser Wertschöpfungsstufe ist der Handel großer Mengen photovoltaischer Komponenten. Zudem sind einige Händler, vor allem aber die Integratoren darauf spezialisiert, aus den einzelnen Komponenten individuell konfigurierte Systeme zusammenzustellen. Neben den Modulen und Systemkits vertreiben sie auch Wechselrichter oder Montagegestelle. Mit der Installation sind die Installateure betraut. Während das Gewerk in Deutschland sowohl aus klassischen Elektrobetrieben und Dachdeckern besteht, sind zunehmend auch spezialisierte Betriebe – sogenannte Solarteure – aktiv. In Deutschland kommt dieser Stufe der Photovoltaikvertriebskette eine besonders wichtige Bedeutung als Absatzmittler zu. Im Jahr 2007 gelangten über Installationsbetriebe 84 Prozent aller verbauten Module an den Endkunden [EuPD Research: 2009a, S. 7]. Auf dieser Stufe werden den Endkunden daneben verstärkt Servicedienste angeboten. Führend sind europäische CleanTech Unternehmen darüber hinaus in der Zulieferung von Komponenten wie Steckverbindungen, Anschlussdosen und Kabeln. Experte für solche, industrielle Steckverbindungen ist etwa die schweizerische Multi Contact, die weltweit Kunden mit Solartechnik ausstattet. Auch das österreichische Unternehmen Fronius, eigentlich ein Konzern mit Wurzeln in der Schweißtechnik, ist mit seiner Wechselrichtersparte zu einem weltweit führenden CleanTech Betrieb aufgestiegen. Fronius bietet - wie auch der deutsche Hersteller KACO New Energy- sowohl Wechselrichter für netgekoppelte Solaranlagen als auch Inverter für autonome Photovoltaiksysteme. Vom Silizium zum Wafer Solarzellen und Module Systemdienstleister und Integratoren Installation und Services – der Kontakt zum Kunden © DCTI 2009 | Studienband 1 - Solarenergie KAPITEL III 23