DCTI - Solarenergie

Spanien Spanien galt im letzten Jahr als der weltweit wichtigste Absatzmarkt für Photovoltaikprodukte. Massenweise verschifften Hersteller aus aller Welt ihre Produkte auf die iberische Halbinsel, wo meist auf einigen wenigen Baustellen riesige Solarparks entstanden. Hohe Einspeisevergütungen und glänzende geografische Bedingungen machten den Bau großer Solarprojekte in Spanien besonders lukrativ. Doch die Überarbeitung des spanischen Fördergesetzes Real Decreto 661/2007 führt zu einem drastischen Einbruch des Marktes. Durch ein enormes Wachstum, ausgelöst durch hohe Renditen im Freiflächensegment, entwickelte sich der spanische Markt im vergangenen Jahr kurzfristig zum größten Photovoltaikmarkt der Welt. Insgesamt wurden 2,66 GW verbaut, was einem Weltmarktanteil von 42,5 Prozent entsprach. Doch die ungehemmte Installation überraschte die politisch Verantwortlichen und führte zu erheblichen Kosten für den spanischen Staat, da die Förderung – anders als in Deutschland – steuerfinanziert ist. Nach einer lediglich 16-monatigen Gültigkeit des alten Gesetzes, regelt seit September 2008 ein neues Einspeisemodell die Förderung der Photovoltaik. Dieses begrenzt den Markt auf 500 MW in 2009 und ähnliche Werte für die Folgejahre [EuPD Research: 2009g, S. 35]. Dadurch wird rechnerisch eine Menge von zwei GW im Vergleich zum Vorjahr freigesetzt, die auf andere Absatzmärkte verteilt werden müssen. Marktexperten gehen davon aus, dass die angesetzten Obergrenzen in den nächsten Jahren ausgeschöpft werden. Italien Italien: Bürokratie bremst Wachstum Italien galt ebenfalls lange als Hoffnungsträger. Doch das Wachstum der letzten Jahre wurde vor allem durch eine Vielzahl bürokratischer Hindernisse gebremst. Marktteilnehmer beklagen, dass der Anschluss einer Anlage an das öffentliche Stromnetz deutlich zu lange dauert. Zudem müssen bei großen Solarparks umständliche und komplexe Verfahren auf diversen administrativen Ebenen durchlaufen werden [EuPD Research: 2009g, S. 36]. Neben überlasteten Behörden sind auch Unklarheiten bei der Vergabe von Baugenehmigungen schuld an den Wartezeiten. Zudem ist Italien industriepolitisch ein Sonderfall. Während gute geografische Vorraussetzungen und solider Wohlstand den Einsatz von Solaranlagen eigentlich beflügeln müssten, kommt die heimische Photovoltaikindustrie nur langsam in Fahrt. Zu lange haben italienische Technologiekonzerne dem Aufbau der Photovoltaikbranche in den Nachbarländern tatenlos zugeschaut. Eine schlagkräftige Industrie konnte so nicht entstehen. Branchenexperten gehen davon aus, dass die italienische Photovoltaikbranche im internationalen Vergleich rund zwei bis drei Jahre hinter den Marktführern aus Deutschland, Frankreich und den 28

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