Ausblick & Fazit Kurzfristig wirken sich die Veränderungen am internationalen Photovoltaikmarkt sicher als große Herausforderung für die Marktteilnehmer aus. Eine Konsolidierungswelle, Übernahmen und Firmenpleiten sehen viele Marktbeobachter derzeit als unausweichlich, wenngleich alle Experten bemüht sind, die Dimensionen ins rechte Licht zu rücken. Generell ist die Branche ihrem frühen Entwicklungsstadium entwachsen und etabliert sich flächendeckend als zukunftsträchtiger und verlässlicher CleanTech Treiber. Unternehmen mit einer geringen Eigenkapitalquote dürften allerdings schneller in Liquiditätsengpässe geraten und im schlimmsten Fall vom Markt verschwinden. Die Konsolidierung des Marktes stellt dabei einen natürlichen Ausleseprozess dar und ist kein Anlass zur Sorge. Auf lange Sicht wird die Konsolidierung des Photovoltaikmarktes als wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer marktfähigen Alternative im internationalen Energieangebot gesehen. Für die Branche bedeutet dies in erster Linie ein Wandel vom angebotsgetriebenen Verkäufermarkt hin zu einem wettbewerbsintensiven Käufermarkt. Die Finanzkrise wird allerdings dazu beitragen, dass sich dieser Wandel nicht langsam, sondern als beschleunigter Prozess vollziehen wird [EuPD Research: 2009d, S. 15]. Deutschland rückt wieder in den Fokus des Interesses Ausgehend von den geschilderten Herausforderungen, rückt der deutsche Photovoltaikmarkt wieder in den Fokus des Interesses. Ausschlaggebend dafür sind einerseits die soliden Rahmenbedingungen durch das EEG und der gesicherte Zugang zu Finanzmitteln durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Andererseits besitzt die Photovoltaik eine hohe öffentliche Akzeptanz. Marktexperten gehen davon aus, dass insgesamt zwischen 1,75 und 2,08 GW im laufenden Jahr installiert werden [ebd., S. 11]. Damit avanciert der deutsche Markt aller Voraussicht nach wieder zum größten Photovoltaikmarkt. Für das Jahr 2010 ist trotz angepasster Förderung von einem ähnlichen Marktwachstum auszugehen. Für die weitere Entwicklung ab 2011 sind vor allem zwei Szenarien möglich. Sollte die Branche in der Lage sein, den deutschen Markt konsequent zu entwickeln, könnten im Jahr 2012 sogar 3,2 GW an Photovoltaikleistung neu installiert werden [ebd., S. 71]. Sollte sich das Wachstum 2009 und 2010 als ein einmaliger Effekt erweisen, ausgelöst durch die ausgeweiteten Verkaufsbemühungen der Unternehmen und den Preisverfall bei Photovoltaiksystemen, dürfte die installierte Leistung 2011 wieder unter das Niveau von 2010 fallen [ebd., S. 72]. Mittelfristig ist allerdings mit einer Erholung aufgrund von sinkenden Systempreisen und einem generell positivem Geschäftsklima der Branche zu rechnen. Für eine nachhaltige Entwicklung ist es allerdings unumgänglich, den deutschen Photovoltaikmarkt als heterogenen Markt zu verstehen und entsprechend individuell darauf zu reagieren. Daher muss auf die einzelnen Bedürfnisse der jeweiligen Kundengruppen eingegangen werden. Wenn daneben die Distributionsseite weiterentwickelt wird – also der Aufbau von Netzwerken mit lokalen Installateuren – um die Nachrage adäquat zu bedienen, sollte der Markt, nach einer 34