DCTI - Solarenergie

Der Weltmarkt für solarthermische Anwendungen wird derzeit noch stark von kleineren Anlagen dominiert, die überwiegend im Wohngebäudebereich eingesetzt werden. In Europa machen diese Anlagen auf Ein- und Zweifamilienhäusern rund 90 Prozent des Gesamtmarktes aus, so die Europäische Industrievereinigung ESTIF [ESTIF: 2007, S. 7]. Der verbleibende Teil entfällt auf den Bereich großer Wohneinheiten, meist unter Verwaltung von Immobiliengesellschaften, oder Büround Industriegebäude. Dominierend auf dem Gebiet der Flach- und Röhrenkollektoren für den Heimgebrauch ist nach letzten Angaben des österreichischen Instituts AEE INTEC der chinesische Markt, der 2007 mit rund 80 GWth den weltweit größten Markt für solarthermische Anlagen bildete. Die Türkei mit rund Sieben GWth liegt, bezogen auf die installierte Leistung, noch vor Deutschland, dem mit 6,1 GWth dominierenden Markt in Europa [Weiss, et all.: 2009, S. 4]. Die großindustrielle Anwendung der Solarthermie zur Stromerzeugung entfällt dagegen auf die Konzentratortechnik, wie sie im nachstehenden Kapitel unter Concentrated Solarthermal Power beleuchtet wird. Kleine Solarthermie Anlagen dominieren den Markt Anwendungen für die klassischen solarthermischen Anlagen liegen derzeit im Bereich von Hotelketten, Krankenhäusern, Einkaufscentern oder Sportstätten. Diese Gebäude bieten in der Regel ideale Bedingungen für den Einsatz von thermischen Anlagen. Besondere Erfahrung mit solarthermischen Großanlagen auf öffentlichen Gebäuden hat man in Spanien. Hier ist diese Anwendung bereits weit verbreitet. Im restlichen Europa findet sich dagegen in diesem Sektor noch erhebliches Potential, das es zu erschließen gilt. Vorreiter bei der Anwendung solarthermischer Anlagen auf Wohngebäuden ist Österreich. Doch bislang ist diese Form der Wärmegewinnung noch weit davon entfernt, baulicher Standard zu sein. So gibt es unterschiedliche nationale und internationale Bestrebungen und Aktionspläne, den Thermieanteil im Wohngebäudebereich zu erhöhen. Mit Erfolg, denn 2008 war für die Branche ein erfolgreiches Jahr. Laut dem europäischen Branchenverband sind dafür im Kern drei Faktoren verantwortlich. Zum einen realisieren die politischen Entscheidungsträger, dass konventionelle Energieträger zu Wärmeerzeugung mittelfristig ausgedient haben und setzen daher verstärkt auf den Ausbau der solarthermischen Industrie. Flankiert wird diese Entwicklung durch angepasste, moderne Wohngebäudestandards, die teils verbindlich vorschreiben, in welchem Umfang erneuerbare Energien in Neubauten und bei Sanierungen eingesetzt werden sollen. Ein drittes Argument der ESTIF zielt auf die inzwischen gut ausgebaute Industriestruktur der Branche [ESTIF: 2009, S. 2]. 44

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