Lineares Fresnel-Kollektorkraftwerk Dieser Kraftwerkstyp gilt als eine Weiterentwicklung der Parabolrinnenkraftwerke und verbindet deren Prinzipien mit denen der Solarturmkraftwerke. Auch hier wird das Sonnenlicht über parallele Spiegelflächen auf einem Absorberrohr gebündelt. Doch anders als bei den gewölbten Parabolrinnen sind die Spiegel der Fresnel-Kollektoren plan und die Absorberrohre fest montiert. Das hat einerseits geringere Windangriffsflächen und niedrigere Kosten bei Produktion, Transport und Installation zur Folge, führt aber auch zu größeren Verlusten durch Verschattung. Die einachsig nachgeführten Spiegelstreifen werden zudem von einem Sekundärspiegel ergänzt, der hinter dem Absorber angebracht wird und das abgestrahlte Sonnenlicht zusätzlich reflektiert. Ein weiterer Vorteil der FresnelKollektoren sind vergleichsweise niedrigere Anfangsinvestitionen und Wartungskosten. Trotz dieser Kostenvorteile liegt gerade in den geringeren Erträgen, nach Einschätzungen der Marktexperten der Deutschen Bank, der entscheidende Nachteil der Technologie. Aktuell, so die Deutsche Bank, fehle der Technologie ein wirtschaftlicher Track-Record. Zwar nimmt das Bankhaus an, dass die Investitionskosten im Vergleich zur Parabolrinne um 25 bis 50 Prozent niedriger seien, man schätze aber, dass dieser Vorteil durch die geringeren Wirkungsgrade aufgehoben werde [Deutsche Bank: 2009, S. 12 f.]. Außerdem wird diese Technologie bislang weltweit nur von wenigen Unternehmen vorangetrieben. Führend in der Herstellung linearer Fresnel-Kollektoren ist etwa die Karlsruher Novatec Biosol AG. Das Unternehmen produziert schlüsselfertige, solare Dampferzeuger für eine internationale Kundengruppe. Verglichen mit Parabolrinnen befinden sich Kraftwerke mit FresnelKollektoren derzeit noch in der Aufbauphase. Entsprechend verhalten fallen demnach auch die Prognosen der Marktexperten aus. Kostengünstig aber wirtschaftlich noch nicht ausgereift © DCTI 2009 | Studienband 1 - Solarenergie KAPITEL V 59