Ausblick & Fazit Die Schlüsselfrage für eine abschließende Bewertung eines Industriezweigs liegt, trotz der Fehlertoleranzen einer solchen Vorhersage, in einer möglichst genauen Potentialanalyse des Marktes. Vielfach nehmen die Institute dabei unterschiedliche Wachstumsgeschwindigkeiten an und weisen sogenannte „Best Case“, „Moderate“ und „Worst Case“ Szenarien aus. Während im Best Case nahezu alle verfügbaren Potentiale eines Marktes voll ausgeschöpft werden, sind im Base Case bereits deutlichere Korrekturen nach unten vorgenommen. So lassen sich in den Prognosen unterschiedliche Marktbedingungen simulieren. Während die Deutsche Bank anhand der geplanten und im Bau befindlichen Projekte eine Vorhersage für die Zeit bis 2020 trifft, modelliert Greenpeace auch eine Vorhersage bis 2050. Die Deutsche Bank geht, aufgrund der Projektpipeline – also der konkret anvisierten Projekte – von einer durchschnittlichen, jährlichen Wachstumsrate (compound annual growth rate, CAGR) von rund 50 Prozent aus [Deutsche Bank: 2009, S.34]. Würden demnach alle angekündigten Projekte realisiert, läge die kumulierte Kapazität 2020 bereits im Worst Case bei rund 11 GW, was einem jährlichen Wachstum von 47 Prozent entspricht. Geht man zudem davon aus, dass auch künftig alle geplanten Projekte umgesetzt würden, so errechnet das Bankhaus ein Marktvolumen von 18 GW und eine Wachstumsrate von dann 53 Prozent [a.a.O.]. Dabei gehen Experten davon aus, dass die USA und Spanien auf mittlere Sicht die stärksten Markttreiber im Bereich der Konzentratortechnik bleiben werden. Fest steht aber auch, dass die USA dem heutigen Klassenprimus Spanien schon bald den Rang als führende CSP Nation ablaufen werden. Enormes Potential bis 2020 Deutlich optimistischer geben sich dagegen die Analysten von Greenpeace. Ihren Prognosen zufolge dürfte die Marktgröße im Jahre 2020 im konservativen Szenario zwar nur bei geschätzten 7,2 GW liegen, in einer moderaten Einschätzung sieht Greenpeace jedoch schon 2020 einen 68,5 GW großen Markt für Kraftwerke der Konzentratortechnik. Der Großteil der installierten Kapazität würde in diesem Szenario auf die USA (~ 25,5 GW), auf China (~ 8,3 GW) und den Mittleren Osten (~ 9 GW) entfallen. 200.000 neue Jobs: CSP als „Jobmotor“ Für ihre Einschätzungen stützen sich die Autoren der Studie auf die Projektionen des World Energy Outlook Reports 2007 von der Internationalen Energie Agentur (IEA). Zusätzlich lassen sie politische Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Parameter in ihre Betrachtungen mit einfließen. Bezogen auf die Arbeitsmärkte schätzt Greenpeace, dass durch den Ausbau der CSP Branche bereits bis 2020 rund 13.000 neue Arbeitsplätze entstehen könnten. Nimmt man gar das optimistischere, moderate Szenario, so sprechen die Autoren von mehr als 200.000 neuen Jobs. 70