DCTI - Bioenergie Vers.1.2

14 Definition Biomasse Bioenergie nutzt das in Biomasse enthaltene energetische Potenzial. Unter dem Begriff der Bio- masse lassen sich sämtliche Stoffe organischer Herkunft zusammenfassen. Dazu zählen lebende und abgestorbene Pflanzen und Tiere sowie deren Rückstände. Ebenfalls Teil der Biomasse sind Stoffe organischer Herkunft, die durch eine stoffliche Nutzung oder einen technischen Umwand- lungsprozess entstanden sind. Dazu gehören beispielsweise Zellstoffe und Papier aber auch orga- nischer Hausmüll. Biomasse grenzt sich von fossilen Energieträgern wie Kohle oder Erdöl ab, die in einem mehrere Millionen Jahre andauernden Prozess entstehen und nicht wie Biomasse in relativ kurzen Zeiträumen gebildet werden. Meist beginnt diese Abgrenzung beim Torf als fossilem Sekundärprodukt der Verrottung. Ausnahmen zu dieser Praxis finden sich z.B. in Schweden und Finnland, wo Torf als Teil der Biomasse definiert wird [Kaltschmitt, et all.: 2009, S. 2]. Fotosynthese Allen Formen der Biomasse ist gemeinsam, dass am Anfang des energetischen Potenzials die Fotosynthese steht. Fotosynthese bezeichnet die Umwandlung von Lichtenergie in chemische Energie. Mit Hilfe von lichtabsorbierenden Farbstoffen wie Chlorophyll wird das Licht der Sonne von Pflanzen genutzt, um die energiearmen anorganischen Stoffe Kohlendioxid und Wasserstoff in energiereiche Kohlenhydrate und Sauerstoff umzuwandeln. Dabei wird das zuvor aus der Luft entnommene Kohlendioxid in der Pflanze eingelagert, die somit als Kohlendioxidspeicher wirkt. Erst wenn Biomasse verbrannt wird bzw. sich durch den Prozess der Vergärung oder Kompostie- rung zersetzt, wird es wieder freigesetzt. Da die bei der Verbrennung freigesetzte Menge Kohlendioxid der vorher von den Pflanzen aufgenommenen Menge entspricht, gilt Biomasse als kohlendioxidneutral und zählt somit zu den erneuerbaren Energien. Biomasse speichert die Energie der Sonne

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