DCTI - Bioenergie Vers.1.2

18 Palmöl In tropischen Regionen wird Pflanzenöl vor allem aus Öl- und Kokospalmen sowie Soja gewon- nen. Die Ölpalme, ursprünglich in Westafrika heimisch, wird heute auch in anderen afrikanischen Regionen und in Asien angepflanzt. Das USDA schätzt die Produktion von Palmöl für die Ernte- saison 2008/09 auf 43,2 Mio. t. Damit ist Palmöl das meistproduzierte pflanzliche Öl weltweit und verdrängte in den letzten Jahren Sojaöl auf den zweiten Platz. Bereits seit fünf Jahren liegen die jährlichen Zuwachsraten bei der Palmölproduktion weltweit bei rund zehn Prozent. Verant- wortlich für diese Entwicklung ist vor allem Indonesien, wo sich die Produktion seit 2002/03 fast verdoppelte. Gemeinsam mit Malaysia beherrscht Indonesien den Weltmarkt für Palmöl. Auf die beiden Länder entfiel in der Saison 2008/09 rund 86,6 Prozent der globalen Palmölpro- duktion. Dies entspricht einer Produktion von 19,7 Mio. t in Indonesien und 17,7 Mio. t in Malaysia. Oil World schätzt, dass die indonesische Palmölproduktion in 2010 mit 22,4 Mio. t einen neuen Höchststand erreicht [Oil World: 2009b]. Abholzung von Regenwald Die Bioenergiebranche sieht sich der Kritik ausgesetzt, dass der tropische Regenwald dem Wachs- tum der Bioenergie zum Opfer fällt. Regenwald wird gerodet, um auf den neu gewonnenen Anbauflächen Monokulturen anzulegen. Beispielhaft dafür steht die Entwicklung in Indonesien, das seine Palmölproduktion seit 2002 beinahe verdoppelte. So prägen Monokulturen zum Beispiel den Norden Sumatras und den Westteil der Insel Kalimantan. Der Ausbau der Palmölplantagen in Malaysia und Indonesien ging zwischen 1990 und 2005 zu mehr als 50 Prozent zu Lasten beste- hender Wälder, die abgeholzt wurden, um neue Anbauflächen zu schaffen [Lakoh, et all.: 2008, S. 2]. Verantwortlich dafür ist jedoch nur begrenzt die steigende Nachfrage nach Biotreibstoffen in den Industriestaaten. Die bioenergetische Nutzung des Palmöls spielt nur eine Nebenrolle, denn 95 Prozent der weltweiten Palmölproduktion fließen in den Nahrungsmittelbereich oder werden stofflich genutzt. Zudem ist Palmöl in den Klimazonen Mittel- und Nordeuropas als Biotreibstoff nicht geeignet, da er sich bei niedrigen Temperaturen verfestigt. Für 2010 ist in Indonesien jedoch geplant, die Anreizzahlung für Biotreibstoffe auf Palmölbasis auf 2.000 Rupien (ca. 0,15 €) zu er- höhen, um zu garantieren, dass die vorgeschriebene Mindestquote von Biotreibstoffen von einem Prozent am verkauften Kraftstoff an den Tankstellen eingehalten wird. Experten rechnen daher für 2010 mit einem Anstieg der Biotreibstoffproduktion auf Palmölbasis [Sasistiya, R.: 2009]. In Deutschland gilt seit Anfang 2010 die Nachhaltigkeitsverordnung für das Erneuerbare-Energi- en-Gesetz (EEG). Darin ist festgelegt, dass flüssige Biomasse wie zum Beispiel Palmöl, die bei ihrer energetischen Nutzung nach dem EEG vergütet wird, nachhaltig gewonnen werden muss. So dürfen die Energiepflanzen nicht auf schützenswerten Flächen wie Regenwäldern oder Feuchtge- bieten angebaut werden. Deutsche Nachhaltigkeits- verordnung für Bioenergieträger soll den Regenwald schützen

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