DCTI - Bioenergie Vers.1.2

20 Stärkepflanzen Die Stärkepflanze Mais ist mit einer Jahresproduktion von 791 Mio. t (Saison 2007/08) die wichtigs- te Getreideart weltweit. Die bedeutendsten Anbauländer sind die USA, China, Brasilien und die EU-27. In diesen Ländern findet rund 75 Prozent der globalen Maisproduktion statt. Vor allem in den USA wurde in der Saison 2007/08 der Maisanbau von rund 28,6 Mio. ha auf rund 35 Mio. ha gesteigert. Eine der Hauptgründe für diese Entwicklung war der starke Anstieg der Ethanolproduktion auf Maisbasis. In der Saison 2007/08 wurden 4,6 Prozent der Weltgetreideernte zur Herstellung von Bioethanol verwendet. Es wird erwartet, dass dieser Anteil in der Saison 2008/09 auf 5,7 Prozent ansteigt [Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft: 2009, S. 26-28]. Beim Maisanbau für die spätere energetische Nutzung kann zwischen Körnermais für die Ethanolerzeugung und Silomais für die Herstellung von Biogassubstrat unterschieden werden. Für Silomais wird die ganze Pflanze verwendet, so dass bei der Ernte die Pflanze gehäckselt wird. Beim Körnermais wird die Ernte mit umgerüsteten konventionellen Mähdreschern eingeholt [Kaltschmitt, et all.: 2009, S. 242]. Verarbeitung & Anwendung Mittels Hydrolyse oder Extraktion kann aus Zucker- und Stärkepflanzen Zucker gewonnen werden. Durch den Prozess der Fermentation kann der Zucker zu Bioethanol und Biobutanol weiterverar- beitet werden. Bei diesem Vergärungsprozess wandeln Mikroorganismen den Zucker in Alkohol um. Durch die anschließende Destillation wird dem Alkohol Wasser entzogen, so dass das Endpro- dukt einen Reinheitsgrad von über 99 Prozent aufweist. Zur Herstellung des Treibstoffs Bioethanol werden vor allem zucker- und stärkehaltige Rohstoffe verwendet. Dazu gehören neben den wichtigsten Rohstoffen Zuckerrohr, Zuckerrübe, Mais und Weizen auch Maniok und Zuckerhirse. Teller vs. Tank Als die drei „T“ - Teller, Trog und Tankstelle (Im Englischen spricht man hier von den drei „F“ - Food, Feed und Fuel) wurde die bioenergetische Nutzung von Biomasse zunächst als bereichernde Option wahrgenommen. Mit dem steilen Wachstum bei der kommerziellen Nutzung von Bioener- gie in den letzten Jahren mehrten sich jedoch die Stimmen, die dem eingeschlagenen Entwick- lungspfad kritisch gegenüberstehen. Denn viele biogene Rohstoffe wie Mais sind einerseits Grundnahrungsmittel für den Menschen oder finden als Tierfutter Verwendung. Andererseits sind sie Ausgangsmaterial für die Gewinnung von Bioenergie. Die Preisanstiege beispielsweise für Mais und Getreide in den letzten Jahren, die sich zumindest teilweise auf den Boom der Bioener- gie zurückführen lassen, stießen daher eine öffentliche Diskussion an. Prominentes Beispiel ist der Ausbau der Ethanolproduktion in den USA, der zu einem Anstieg des globalen Maispreises führte und in Mexiko, wo Mais ein wichtiger Bestandteil der traditionellen Ernährung ist, 2007 die Tortillakrise auslöste. Teller, Trog und Tank: Bioenergie als Nahrungs- mittelkonkurrent

Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download