22 3 Feste Biomasse Zur festen Biomasse zählen holzartige Reststoffe und Halmpflanzen, wie sie in der Forst- und Landwirtschaft anfallen, sowie industrielle Reststoffe. Feste Biomasse ist der älteste von der Menschheit genutzte Energieträger und gewinnt als Rohstoff für die moderne Erzeugung von Wärme und Strom aus Biomasse an Bedeutung. In Hinblick auf den Anteil an der Energiever- sorung ist Holz der dominierende Energieträger unter den festen Biomassen. Holz wird vor allem in Form von Scheitzholz, Pellets oder Hackschnitzeln dem Verbrennungsprozess zugeführt. Seit Ende der 1990er Jahre befindet sich in Deutschland die energetische Verwendung von Holz auf einem moderaten Wachstumstrend. Derzeit stellt Holz rund die Hälfte der Energiemenge im Be- reich der Biomasse bereit. Von den 127 Mio. Festmetern Waldholz, die 2008 genutzt wurden, ent- fielen 54,7 Mio. Festmeter auf die energetische Nutzung [Seintsch, et all.: 2009, S. 30 und S. 97]. Bisher wurde bei der Pelletsproduktion vor allem Sägemehl als Abfallprodukt der holzverarbei- tenden Industrie verwendet. Der schnelle Ausbau der Pelletsindustrie in Europa führte jedoch dazu, dass der Bedarf nicht mehr vollständig mit preisgünstigem Sägemehl gedeckt werden kann, so dass verstärkt Holzschnitzel und Industriehölzer zu Pellets verarbeitet werden [Wood Resources International: 2009]. Experten gehen davon aus, dass der Holzanteil, der einer energe- tischen Verwendung zugeführt wird, auch in Zukunft steigen wird. Eine Möglichkeit auf diesen Bedarfsanstieg zu reagieren, ist der Anbau von schnellwachsenden Baumarten wie Pappeln oder Weiden in sogenannten Kurzumtriebsplantagen. Auch verschiedene Grassorten wie das Riesen-Chinaschilf (Miscanthus) eignen sich für den Bio- masseanbau. Diese Gräser verfügen auch bei niedrigeren Temperaturen über eine relativ hohe Fotosyntheseleistung [Beringer, et all.: 2008, S. 3]. 4 Feuchte Biomasse Neben den Energiepflanzen lässt sich auch das Energiepotenzial biogener Rest- und Abfallstoffe zur Energiegewinnung nutzen. Dazu gehören Klär- und Deponiegase ebenso wie Klärschlamm und Bioabfälle, aber auch landwirtschaftliche Abfallprodukte wie Gülle und Festmist. Der Wis- senschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) schätzt das technische Potenzial für die bioenergetische Nutzung von biogenen Abfall- und Reststoffen auf rund 80 EJ pro Jahr, von denen rund 25 EJ wirtschaftlich umsetzbar sind [WBGU: 2008a, S.3]. Holz ist der wichtigste Bioenergieträger
