DCTI - Bioenergie Vers.1.2

25© DCTI 2010 | Studienband 3 - Bioenergie KAPITELIV 1 Bereitstellung der Rohstoffe Bei Biomasse, die einer energetischen Verwendung zugeführt wird, handelt es sich entweder um organische Abfälle und Rückstände, wie sie beispielsweise in der Land- und Forstwirtschaft aber auch in Privathaushalten anfallen, oder um spezielle Energiepflanzen, die ausschließlich für die spätere energetische Verwendung angebaut werden. Insgesamt waren in Deutschland 2008 rund 28.500 Personen im Umfeld der Biomassebereitstellung beschäftigt [BMU: 2009d, S. 8]. Während bisher in der Landwirtschaft bei der Pflanzenzucht und Fruchtfolgenplanung die Op- timierung der Nahrungs- oder Futtermittelproduktion im Vordergrund stand, ist der Anbau von Energiepflanzen auf eine Optimierung des Energieertrags pro Hektar ausgerichtet. Dies kann durch die Züchtung neuer Sorten, die Überprüfung bereits bekannter Sorten auf ihre Eignung als Energiepflanze sowie den Anbau nicht-heimischer Pflanzen geschehen. Die Forschung an Ener- giepflanzen findet vor allem in den Industriestaaten statt. Als wichtige Forschungsstandorte sind hier die USA, Kanada, Australien und Europa zu nennen. Unternehmen wie Monsanto, Dow oder Bayer profitieren bei der Erforschung neuer Energiepflanzensorten von ihren Erfahrungen aus der Entwicklung von transgenen Nahrungs- und Fiberpflanzen [WBGU: 2008b, S. 51]. Gleiches gilt für deutsche Pflanzenzuchtunternehmen wie beispielsweise die KWS Saat AG, die ihre Erfahrungen aus dem Bereich der Nahrungs- und Futtermittelpflanzen auf die Optimierung von Energiepflan- zen übertragen und damit ihre geschäftlichen Aktivitäten auf eine weitere Säule stellen. Zukünf- tig dürfte Experten zufolge die Bedeutung der Genomforschung und der Systembiologie für die Optimierung der energetischen Eigenschaften von Energiepflanzen deutlich zunehmen. Bisher wurde die Steigerung des Biomasseertrags als primäres Zuchtziel nur bei Silomais, Futterpflanzen und Futterhülsenfrüchten verfolgt [FNR: 2010b]. Das Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ des deutschen Bundesministeriums für Ernäh- rung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) fördert in Deutschland die Züchtung und Züchtungsforschung von Energiepflanzen. Dazu zählt beispielsweise auch die Forschungsarbeit an potenziellen Energiepflanzen wie der Winterackerbohne, die als Zwischenfrucht für die Biogas- produktion eingesetzt werden kann. Die Verwendung von Biomasse als Energieträger erschließt gerade der deutschen Land- und Forstwirtschaft ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein: So können Landwirte in der EU Stilllegungsflächen für den Anbau von Energiepflanzen wie Raps nutzen werden und auch organische Abfälle finden in Biogasanlagen eine weitere Nutzungsmög- lichkeit. Energiepflanzen: Bei der Pflanzen- zucht steht der Energieertrag im Vordergrund

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