27© DCTI 2010 | Studienband 3 - Bioenergie 4 Umwandlungstechniken Außer in Form von klassischem Brennholz durchläuft die organische Biomasse vor ihrer energeti- schen Verwendung in der Regel mehrere Umwandlungsprozesse. Dabei findet einerseits eine Kon- zentration des Energiegehalts der Biomasse statt während sich gleichzeitig durch die Umwand- lung in flüssige, gasförmige oder feste sekundäre Energieträger ein breites Anwendungsspektrum erschließt. Standardisierte Produkte vereinfachen auch eine anschließende Lagerung sowie den Transport und die spätere energetische Verwendung: So kommt beispielsweise verflüssigte Bio- masse als Kraftstoff in den Tank, feste Biomasse wird als genormter Holzpellets über eine Schne- cke dem Brennkessel automatisch zugeführt und landwirtschaftliche, organische Abfälle nach der Vergasung und Reinigung als Biomethan in das bestehende Erdgasnetz eingespeist. Bei der Umwandlung der organischen Biomasse zur energetischen Nutzung kommen thermo-chemische, physikalisch-chemische und bio-chemische Verfahren zum Einsatz. 4.1 Thermo-chemische Umwandlung Bei der thermo-chemischen Umwandlung von Biomasse lassen sich drei Verfahren anwenden. Der jeweils einzuschlagende Konversionspfad hängt davon ab, ob am Ende des Prozesses ein fester, flüssiger oder gasförmiger Sekundärenergieträger stehen soll. So lässt sich feste Biomasse mittels Verkohlung in feste Brennstoffe, mittels Vergasung in gasförmige Brennstoffe und mittels Pyrolyse in flüssige Brennstoffe umwandeln. Der Vorteil ist, dass Biomasse, die den Prozess der Vergasung oder der Pyrolyse durchlaufen hat, in ihrem energetischen Potenzial räumlich und zeit- lich von der ursprünglichen Biomasse entkoppelt ist und beispielsweise als Kraftstoff oder für die Erzeugung von Elektrizität verwendet werden kann. So spielt das Pyrolyseverfahren z.B. bei der Entwicklung von Biokraftstoffen der zweiten Generation (Biomass to Liquid – BtL) eine wichtige Rolle. KAPITELIV Vom der Biomasse zum normierten Energieträger
