29© DCTI 2010 | Studienband 3 - Bioenergie < Grafik 3: Prozess der Biogaserzeugung > Die für den Prozess verwendete Biomasse kann sowohl aus organischen Reststoffen oder Abfällen wie auch aus gezielt angebauten Energiepflanzen bestehen. Gerade in landwirtschaftlichen Bio- gasanlagen dienen oftmals tierische Exkremente wie Rinder- oder Schweinegülle als Grundsubst- rat. So entfällt in den in Deutschland betriebenen Biogasanlagen rund 41 Prozent des Substratein- satzes auf tierische Exkremente [FNR: 2009b, S. 6ff]. Neben der direkten Verwendung des Biogases zur Erzeugung von Strom und Wärme in vor Ort betriebenen Blockheizkraftwerken besteht auch die Möglichkeit, Biogas in die bestehenden Gas- netze einzuspeisen. Zuvor ist jedoch eine Aufbereitung des Biogases zu Biomethan erforderlich. Dazu muss das im Biogas enthaltene Kohlendioxid abgeschieden werden. Das in die bestehenden Erdgasnetze eingespeiste Biomethan kann anschließend entnommen werden und in Gaskraftwer- ken zur Erzeugung von Strom eingesetzt werden. Durch die Einspeisung von Biomethan in das Erdgasnetz lässt sich die Erzeugung von der Nutzung räumlich und zeitlich entkoppeln. Gerade Landwirte, die mit dem gewonnenen Biogas Blockheizkraftwerke betreiben und den erzeugten Strom ins Stromnetz einspeisen, finden nicht immer in räumlicher Nähe Abnehmer für die entste- hende Abwärme. Durch die Einspeisung ins Erdgasnetz lässt sich jedoch die Verstromung an anderen Standorten realisieren, an denen auch ein Wärmebedarf besteht. KAPITELIV Biogas: Bei der Vergärung von Biomasse entstehen der Energieträger Methan und Kohlendioxid.
