DCTI - Bioenergie Vers.1.2

30 5 Forschung Trotz der fortgeschrittenen Nutzung der Biomasse besteht entlang der Wertschöpfungskette Bedarf, bestehende Prozesse zu optimieren und neue Verfahren zu entwickeln. So vielfältig die energetisch verwendbaren biogenen Rohstoffe, die Verarbeitungsprozesse und die Einsatz- möglichkeiten sind, so breit gefächert sind auch die Bereich, in denen Forschungs- und Entwick- lungsarbeit entlang der Wertschöpfungskette geleistet wird. Neben dem Engagement der im Bioenergiebereich tätigen Unternehmen befassen sich weltweit auch zahlreiche öffentliche Forschungseinrichtungen mit der Weiterentwicklung bioenergetischer Nutzungsmöglichkeiten. In Deutschland beschäftigen sich derzeit mehr als 60 Forschungseinrichtungen mit dem Themen- feld Bioenergie. Dabei hat sich eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und Partnern aus der Industrie etabliert. Schwerpunkte der Forschung liegen auf der Weiterent- wicklung von Gasifizierungstechnologien, der Produktion von Biotreibstoffen der zweiten Gene- ration mit Hilfe der Fischer-Tropsch-Synthese und dem optimierten Einsatz von Energiepflanzen [Germany Trade & Invest: 2009, S. 1]. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungszentrum Karlsruhe (FZK) forscht an chemisch-thermischen Verfahren für Verwertung von Biomasse, aber auch an Prozessketten, welche die Wertschöpfung von der Pflanze bis hin zum stofflichen und energetischen Verwendungszweck abdecken. In einer Pilotanlage, die mit einem Schnellpyro- lyseverfahren arbeitet, lässt sich trockene Biomasse in ein energiereiches Zwischenprodukt, die sogenannte Bio-Slurry, umwandeln. Ziel ist es, zukünftig dezentral Bio-Slurry, dessen Energiegehalt gegenüber der ursprünglichen Biomasse um den Faktor Zehn höher ist, herzustellen. Anschließend lässt sich das Zwischenpro- dukt zu zentralen Anlagen transportieren und kann dort zur Erzeugung von Synthesegas und Kraftstoffen verwendet werden. Weitere Forschungsschwerpunkte des FZK sollen zukünftig unter anderem in den Bereichen molekulare Grundlagen der Biomasseerzeugung, Biomasseaufberei- tung sowie der Biomasseverwertung durch biotechnologische Verfahren liegen. Beim 2008 gegründeten Deutschen BiomasseForschungsZentrum (DBFZ) liegt der Forschungs- schwerpunkt auf der angewandten Grundlagenforschung. Ende 2010 werden es rund 200 Mit- arbeiter sein, die neben den technischen Aspekten auch ökologische, ökonomische und energie- wirtschaftliche Themen entlang der Wertschöpfungs- und Nutzungskette erforschen. Forschungsstandort Deutschland

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