DCTI - Bioenergie Vers.1.2

42 Biobutanol Biobutanol entsteht in einem Vergärungsprozess (Fermentierung) von Zucker aus Biomasse oder bei der thermochemischen Vergasung von Zellulosehaltiger Biomasse. In seiner chemischen Struk- tur ähnelt Biobutanol Benzin. Der Vorteil ist, dass sich Biobutanol in herkömmlichen Automotoren verwenden lässt, ohne dass eine Anpassung der Motoren nötig ist. BP errichtete gemeinsam mit dem Partner DuPont in Großbritannien die erste kommerzielle Produktionsstätte für Biobutanol, die über eine jährliche Produktionskapazität von 30.000 t verfügt. Weitere Unternehmen wie EEI, W2 Energy Inc. und Tetravitae Bioscience investieren in die Erforschung der Biobutanol-Technolo- gie und deren kommerzielle Anwendung [Singh, et all.: 2010, S. 51ff]. 2 Ländermärkte Relevante Absatzmärkte und Produktionsmengen für Biotreibstoffe lassen sich auf Biodiesel und Bioethanol begrenzen, da die Produktion von Biotreibstoffen der zweiten Generation noch nicht die Massenproduktion erreicht hat. Im Jahr 2008 entsprach der Weltmarkt für Biodiesel und Etha- nol zu Verkaufspreisen einem Gegenwert von rund 34,8 Mrd. US$. Schätzungen zufolge dürfte der Markt bis 2018 auf rund 105,4 Mrd. US$ anwachsen. In einigen Ländern sind Biotreibstoffe bereits heute kein Nischenmarkt mehr. So wurde in Brasilien im Jahr 2008 bereits mehr als 50 Prozent des Treibstoffbedarfs mit Bioethanol gedeckt [Makower, et all.: 2009, S. 2-3]. Bioethanol - global 2008 fand weltweit der stärkste Zubau bei den Kapazitäten zur Erzeugung von Biodiesel und Ethanol vor allem in Nord- und Lateinamerika statt. Insgesamt stieg die 2008 produzierte Menge an Ethanol von 50 Mrd. l in 2007 auf 67 Mrd. l an [REN21, 2009]. Zwischen 2000 und 2007 konnte sich die globale Produktion von Ethanol als Treibstoff verdreifachen. Bis 2017 rechnet die OECD mit einem starken Anstieg der globalen Ethanolproduktion auf 125 Mrd. l [OECD/FAO: 2009, S. 22]. Bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft schätzt man, dass die weltweite Ethanolpro- duktion auf Getreidebasis 2008 rund 42 Mio. m³ beträgt. Während in den Entwicklungsländern rund 75 Prozent des Getreideverbrauchs auf die menschliche Ernährung entfällt, wird für Indus- triestaaten wie die USA mit einem steigenden Anteil für die industrielle Verwendung gerechnet, der derzeit bei rund 30 Prozent liegt [Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, 2009, S. 28]. Auch die Produktion von Cellulose-Ethanol, Ethanol auf Basis von pflanzlichen Abfällen, ist wei- terhin auf einem Wachstumspfad. Derzeit sind neue Kapazitäten mit einer jährlichen Gesamtka- pazität von 300 Mio. l weltweit im Aufbau [REN21, 2009]. globale Ethanolproduktion auf steilem Wachstumspfad

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