49© DCTI 2010 | Studienband 3 - Bioenergie In 2009 war jedoch bei der Biokraftstoffproduktion in Deutschland ein deutlicher Rückgang zu beobachten. So ging der Absatz von reinem Biodiesel von rund 1,8 Mio. t in 2007 auf rund 0,2 Mio. t in 2009 zurück. Ursächlich für den starken Einbruch ist zum einen die steuerliche Belas- tung von reinem Biodiesel sowie die fehlende Wettbewerbsfähigkeit der Biodieselproduktion wegen der im Zuge der Finanzkrise stark gesunkenen Rohölpreise. Grundsätzlich gilt: Je höher die Rohölpreise steigen und die Preise der für die Biotreibstoffproduktion genutzten landwirt- schaftlichen Rohstoffe sinken, desto wettbewerbsfähiger sind Biotreibstoffe gegenüber konven- tionellen Treibstoffen. Ohne Beimischzwang und Steuererleichterungen wären Biotreibstoffe auf Basis europäischer Agrarrohstoffe derzeit nicht wettbewerbsfähig [Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, 2009, S. 41]. Als Reaktion darauf hebt das Wachstumsbeschleunigungsgesetz die ursprünglich im Energiesteuergesetz für 2010 geplante Erhöhung der Steuerbelastung für Bio- kraftstoffe auf. Damit wird die steuerliche Belastung bis 2012 auf 18,6 €-Ct/l für Biodiesel und 18,45 €-Ct/l für reines Pflanzenöl eingefroren. < Grafik 13: Biotreibstoffproduzenten der EU > KAPITELV Produktion von Biotreibstoff in der EU: Immer mehr EU-Staaten traten in den letzten Jahren in den Kreis der Biokraftstoffprodu- zenten ein. Gleichzeitig konnte sich die Produktion von Biokraft- stoffen in der EU von 2004 bis 2008 fast verfünffachen.
