54 Stromerzeugung Ebenso wie fossile Energieträger lässt sich Biomasse in der Stromversorgung einsetzen, um Regelenergie bereitzustellen. In Gesellschaften wie der Europäischen Union, die zunehmend auf erneuerbare Energien setzen, kann die Biomasse somit einen wichtigen Beitrag leisten, um auf nachhaltige Weise ein stabiles Stromangebot sicherzustellen. Im Gegensatz zum über den Tages- und Jahresverlauf schwankenden Stromertrag von Photovoltaik oder Windenergie, bietet die Bioenergie den Vorteil, dass das energetische Potenzial je nach Bedarf abgerufen werden kann. Somit kann Strom aus Biomasse im Zusammenspiel mit weiteren Speichersystemen wie Druckluft- oder Wasserspeichern einen wichtigen Beitrag leisten, um nicht steuerbare, exogene Faktoren wie Windstärke oder Sonneneinstrahlung auszugleichen. Aus Effizienzgründen wird bei der Stromerzeugung aus Biomasse verstärkt auf das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung gesetzt. Dies bedeutet, dass auch die bei der Stromerzeugung anfallende Abwärme als Prozesswärme oder zur Erwärmung von Gebäuden eingesetzt wird. 1. Funktionsweise und Technologien im zentralen Einsatz Biomassekraftwerke In Biomassekraftwerken wird durch die Verbrennung von Biomasse elektrische Energie erzeugt. Als Brennstoff in (Heiz-)Kraftwerken können feste Biomasse wie Holz oder halmartige Ener- giepflanzen direkt genutzt werden. Dies kann entweder in eigens dafür bestimmten Anlagen geschehen, oder aber durch Zufeuerung fester Biomasse zu fossilen Brennstoffen wie Kohle in konventionellen Großkraftwerken. Die Zufeuerung ist in Ländern wie Dänemark und den Nieder- landen bereits in der Praxis üblich [Hennicke, et all.: 2007, S. 57f]. Gegenüber Kohlekraftwerken ist die Leistung einzelner Biomassekraftwerke deutlich kleiner dimensioniert und liegt meist zwi- schen 10 und 20 MW. Der Grund dafür ist, dass das Brennmaterial in der Regel regional bezogen wird und bei größer dimensionierten Biomassekraftwerken die Entfernung für die Anlieferung der Biomasse wachsen würden. So sieht auch das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz eine Förderobergrenze für Strom aus Biomasse von 20 MW vor [Quaschning: 2008, S. 275]. Der Brennstoff wird in Biomassekraftwerken zunächst in einen Dampfkessel eingebracht und dort verbrannt. Der dabei entstehende Dampf wird durch eine Turbine geleitet, die über einen Generator Strom erzeugt. Die entstehenden Abgase lassen sich über eine Reinigungsanlagen entstauben. Zufeuerung von Biomasse
