DCTI - Bioenergie Vers.1.2

62 Forschungsförderung erhält der Biogassektor von verschiedenen Bundesministerien wie dem BMU und dem BMELV. Über dessen Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ wurden bisher mehr als 170 Forschungsprojekte im Biogasbereich gefördert. Dabei reicht die Bandbreite vom Anbau der Energiepflanzen über die Verbesserung der Prozessabläufe bei der Fermentierung der Biomasse bis hin zu neuen Nutzungsvarianten von Biogas beispielsweise im Rahmen der Brenn- stoffzellentechnologie [Schüsseler, P.: 2009, S. 13ff]. Netzeinspeisung Mit der Novellierung der Gasnetzzugangsverordnung (GasNZV) im Jahr 2008 regelte die deutsche Bundesregierung die bis dahin nicht mögliche Einspeisung von aufbereitetem Biogas (Biomethan) in das Gasnetz. Damit sind die Netzbetreiber verpflichtet, Biogasanlagen vorrangig an das Gas- netz anzuschließen und das Biomethan vorrangig einzuspeisen. Gleichzeitig legte die Regierung fest, dass bis 2020 sechs Prozent und bis 2030 zehn Prozent der deutschen Gasnachfrage aus Bio- methan gedeckt werden soll [IEA: 2009]. Durch die Einspeisung in das Gasnetz wird eine räumli- che Entkoppelung von Erzeugung und Verwendung des Biogas möglich. Das eingespeiste Methan wird aufgrund der vom EEG gewährten Vergütungssätze in der Regel einer Verstromung in KWK- Anlagen zugeführt. Die Novelle der Gasnetzzugangsverordnung führte in Deutschland auch zum Markteintritt von großen Energieversorgern [DBFZ: 2009, S. 60]. Mitte 2009 speisten bereits mehr als 20 Anlagen in ganz Deutschland Biomethan in das Gasnetz ein. Derzeit verfügt Mecklenburg- Vorpommern – vor allem wegen der Aktivitäten der Nawaro Bioenergie AG in Güstrow – über die höchste Einspeisekapazität für Biomethan. In Hinblick auf die Projekte, die derzeit in der Ent- wicklungsphase sind, verzeichnen aber vor allem Bayern, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen starke Zuwachsraten bei der Biomethankapazität [Dena: 2009b, S. 8]. Biomasse(heiz)kraftwerke Wurde 2002 erst in 80 Biomasse(Heiz)Kraftwerke in Deutschland Strom auf Basis von fester Bio- masse erzeugt, erhöhte sich die Anlagenzahl bis 2008 auf mehr als 200. Dort wurden 2008 mehr als 11,7 TWh Strom erzeugt [Bundesverband BioEnergie e.V: 2009]. Der Grund für den Zuwachs findet sich in den Anreizwirkungen des EEG, das eine Vergütung von Strom aus Biomasse(Heiz) kraftwerke bis zu einer Größe von 20 MW vorsieht. Vier Biomasse(Heiz)Kraftwerke der Papier- und Zellstoffindustrie, die auf Grund ihrer Größe nicht in den Geltungsbereich des EEG fallen, stehen für eine Kapazität von weiteren 160 MW [DBFZ: 2009, S. 60]. Auch bei den großen vier Energieversorgern E.on, RWE, Vattenfall und EnBW wächst das Interes- se an der Bioenergie. Über die Tochterfirma RWE Innogy Cogen betreibt beispielsweise RWE in Deutschland bereits ein erstes Biomasseheizkraftwerk mit einer Kapazität von 94 MW, weitere Anlagen sind in Entwicklung . Biomethan kann seit 2008 ins Gasnetz eingespeist werden Energieversorger investieren in Biomasse(heiz)kraftwerke

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