DCTI - Bioenergie Vers.1.2

64 Wärmeerzeugung Während die meisten staatlichen Förderprogramme für die Nutzung des energetischen Poten- zials von Biomasse vor allem auf die Bereiche Biotreibstoffe und Stromerzeugung aus Biomasse abzielen, fördern nur wenige Regelungen den Einsatz von Biomasse im Wärmemarkt. Aufgrund der traditionellen Verwendung von Holz als Brennstoff spielt die Bioenergie dennoch im Wärme- sektor die wichtigste Rolle. Rund 44 Prozent des eingeschlagenen Holzes dienen als Brennstoff [WBGU: 2009, S. 37]. Ende 2008 waren weltweit Anlagen mit einer Gesamtkapazität von rund 250 GWth installiert, die auf der Basis von Biomasse Warmwasser bereitstellen oder Gebäude behei- zen [REN21: 2009, S. 23]. 1. Funktionsweise und Technologien Anlagen für die Verbrennung von Biomasse decken in Hinblick auf ihren Leistungsbereich, das verwendete Brennmaterial und den jeweiligen Einsatzzweck ein breites Spektrum ab. Es reicht von Kleinanlagen, die für die Beheizung einzelner Räume oder Privathäuser ausgelegt sind, bis hin zu Großanlagen, die als zentraler Wärmelieferant den Wärmebedarf ganzer Siedlungen oder in Form von Prozesswärme den Wärmebedarf von gewerblichen oder industriellen Einrichtungen decken. Unterschieden wird auch zwischen der automatischen und der manuellen Beschickung mit Brennmaterial, wie dies beispielsweise bei Kaminen und Kachelöfen üblich ist. 1.1. Zentraler Einsatz In Biomasseheizwerken wird mit Hilfe des Brennstoffs Biomasse Wärme erzeugt. Über ein Nahwärmenetz wird diese in Form von Heißwasser oder Dampf zu den Verbrauchern geliefert. Abnehmer sind in der Regel große Wohnkomplexe, größere Geschäfts- und Verwaltungsgebäude sowie Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbäder. Reine Biomasseheizwerke finden sich jedoch gerade im oberen Leistungsbereich selten, da aufgrund der höheren Effizienz meist Biomasse- heizkraftwerke gebaut werden, bei denen mittels Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt werden. 1.2 Dezentraler Einsatz Biomasse zur Wärmeerzeugung kommt in den Industriestaaten dezentral vor allem in niederen Temperaturbereichen unter 100°C zum Einsatz. Holz-, Hackschnitzel- oder Pelletsheizungen stel- len Warmwasser zur Verfügung und werden zum Beheizen von Gebäuden genutzt. Wärme für Privathaushalte und größere Immobilien

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