DCTI - Bioenergie Vers.1.2

67© DCTI 2010 | Studienband 3 - Bioenergie Ausblick Bisher verarbeitete die Pelletsindustrie vor allem die Holzabfälle der holzverarbeitenden In- dustrie in Form von Sägespäne weiter. Durch den globalen Ausbau der Pelletsproduktion und den rezesionsbedingten Rückgang der Sägemehlabfälle sehen sich die Pelletshersteller jedoch gezwungen, zunehmend auf andere Rohstoffe zurückzugreifen. Dazu gehören beispielsweise Späne, Hackschnitzel aber auch ganze Stämme. Letztere beispielsweise werden bereits in Kanada, Irland, Skandinavien und dem Baltikum zu Holzpellets verarbeitet. Gegenüber der Verarbeitung von Sägespäne bietet die Verarbeitung von Rundhölzern den Vorteil, von der Verknappung auf dem Markt für Sägespäne und der Entwicklung der holzverarbeitenden Industrie unabhängig zu sein. Gleichzeitig gehen Experten jedoch davon aus, dass mit der Umstellung der Rohstoffbasis auf Rundhölzer und Hackschnitzel die Produktionskosten steigen werden. Einzelne Unternehmen setzen bei der Pelletsproduktion bereits nicht länger auf den Rohstoff Holz, sondern verarbeiten beispielsweise Sonnenblumen, Stroh oder Torf zu sogenannten Agropellets, die sich bisher jedoch nur zur Verfeuerung in Kraftwerken eignen. Weitere Länder wie Brasilien oder Russland, die bereits als wichtige Erzeuger holzartiger Produkte in Erscheinung treten, nutzen ihr Potential für die Pelletsproduktion bisher kaum. [Ertmer: 2009, S. 77-82]. 1.2.2 Kamine und Kaminöfen Kamine und Kaminöfen können mit Holzscheiten einzelne Räume beheizen. Dabei ist jedoch der Wirkungsgrad offener Kamine mit rund 20 bis 30 Prozent als relativ niedrig zu bewerten. Ge- schlossene Kamine und Kaminöfen können hingegen einen Wirkungsgrad zwischen 70 und 85 Prozent erreichen. Da die Beschickung mit Brennholz manuell erfolgt, übernehmen Kamine und Kaminöfen in der Regel nur die Funktion eines ergänzenden Heizungssystems [Quaschning, V.: 2008, S. 270]. 1.2.3 Scheitholzkessel Außer in Kamin und Kachelofen lässt sich Scheitzholz im privaten Bereich auch in Scheitholzkes- seln verbrennen, um Gebäude zu wärmen. Bei Scheitzholzkesseln erfolgt die Bestückung mit Brennholz von Hand und die mögliche Brenndauer beträgt einige Stunden. Anders als beispiels- weise bei Kaminen findet bei vielen Scheitholzkesseln der Abbrand unten oder seitlich statt. Dies führt zu sinkenden Emissionen und einer verlängerten Brenndauer. Scheitzholzkessel können einen Spitzenwirkungsgrad von über 90 Prozent erreichen [Quaschning: 2008, S. 271]. KAPITELVII Pelletsboom führt zum Engpass bei Sägespäne

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