DCTI - Bioenergie Vers.1.2

74 2.1.2 Schweden Fernwärme mit Biomasse In Schweden ist der Wärmemarkt traditionell der wichtigste Anwendungsbereich für Biomasse. Dabei spielt das Fernwärmenetz, an das mehr als die Hälfte der schwedischen Haushalte ange- schlossen sind, eine wichtige Rolle. Im Jahr 2004 entfiel 61 Prozent der erzeugten Fernwärme auf Biomasse und der Anteil von Holzbrennstoffen konnte sich seit 1990 verfünffachen. Im Jahr 2007 wurden mit Biomasse insgesamt 43,7 TWh Wärme für das Fernwärmenetz erzeugt, den wichtigs- ten Beitrag leistete dazu holzartige Biomasse mit 21 TWh. Wärmeerzeugung im Privatkundensegment Bei der Wärmeerzeugung in privaten Haushalten trägt die Biomasse jährlich rund 10 TWh bei, wobei Brennholz als Energieträger den größten Anteil ausmacht. In rund 37.000 schwedischen Haushalten sind derzeit Pelletsheizungen installiert. Insgesamt wurden 2007 Holzpellets, die einer Leistung von 8,3 TWh entsprechen, verbraucht [IEA Task 40: 2009c, S. 16ff]. 2.1.3 Österreich Neben der Wasserkraft ist Biomasse der wichtigste erneuerbare Energielieferant in Österreich. Dabei ist Scheitholz mit einem Anteil von 38 Prozent in 2004 der wichtigste biogene Rohstoff. Während Waldhackgut und Industrierestholz vor allem für Fernwärmeanlagen verwendet werden, dienen Holzpellets zunehmend zum Heizen von Privathäusern [Österreichischer Biomasse-Ver- band: 2006, S. 7]. Wichtigstes Marktsegment sind hier automatisch bestückte Holzpelletsheizung mit einer Kapazi- tät von bis zu 50 kW. Insgesamt waren in Österreich 2008 fast 65.000 Pelletsheizungen unter 50 kW installiert. Förderungen für Pelletsheizungen gibt es sowohl auf nationaler und kommunaler Ebene sowie auf Provinzebene. Diese Zuschüsse decken zwischen 20 und 51 Prozent der Investi- tionskosten. Mit der steigenden Zahl an Holzpelletsheizungen verzehnfachte sich der Verbrauch von Holzpellets seit dem Jahr 2000 auf mehr als 50.000 t in 2008 [Steiner, M., et all.: 2009, S. 6ff]. In der Tendenz nimmt jedoch in Österreich der Anteil der Haushalte, die mit Holz beheizt werden, seit 1990 ab. Dieser Trend setzt sich trotz steigender Neuinstallationen von modernen Pelletskes- sel-, Hackgut- und Stückholzheizung fort [Österreichischer Biomasse-Verband: 2006, S. 7]. Biomasse kommt gleich nach Wasserkraft

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