DCTI - Bioenergie Vers.1.2

75© DCTI 2010 | Studienband 3 - Bioenergie Im Jahr 2008 wurde aus fester Biomasse und biogenen Abfällen in Österreich insgesamt eine Wärmeleistung von 35.554 GWh erzeugt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 0,6 Prozent bei den biogenen Feststoffen und von 16,9 Prozent bei den biogenen Abfällen. Insgesamt lag der Anteil fester Biomasse an der Wärme- und Stromerzeugung durch erneuerbare Energien in 2008 bei 38,8 Prozent [Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft: 2009, S. 1ff]. 2.1.4 Italien Innerhalb Europas ist Italien der größte Markt für Pelletsheizungen. Insgesamt wurden 2007 rund 29 Mio. t holzartige Biomasse für die Wärmeerzeugung im privaten Wohnungsbereich genutzt. Derzeit sind in Italien rund 750.000 Pelletsheizungen installiert - mit 70 Prozent aller verbauten Pelletskessel liegt der Schwerpunkt in Norditalien. Gegenüber dem dezentralen Einsatzbereich fällt die Bedeutung der holzartigen Biomasse für die Wärmeerzeugung für Fernwärmesysteme mit 0,4 Mio. t deutlich geringer aus. In Italien existiert seit Ende der 1990er Jahre eine Pelletspro- duktion, die überwiegend den privaten Wärmemarkt bedient. Die rund 75 italienischen Pellets- hersteller können mit ihren Kapazitäten jedoch nicht die gesamte Nachfrage von rund 850.000 t nach Holzpellets decken, so dass ein Teil der benötigten Pellets importiert werden muss. Deutsch- land und Österreich sind mit zusammen rund 200.000 t jährlich die beiden wichtigsten Pellets- importeure in Italien. Typischerweise werden die Pellets von den Endverbrauchern in kleineren Verpackungseinheit zu 15 kg nachgefragt. Mit den Pellets werden überwiegend kleinere Öfen befeuert. Der italienische Pelletsmarkt ist trotz seiner positiven Entwicklung in den letzten Jahren noch von einem reifen Markt entfernt. Merkmale dafür sind ein Ungleichgewicht von Angebot und Nach- fragen in einzelnen Jahresperioden, fehlende Qualitätsstandards und Verknappung der Rohstoffe. Im Vergleich zu anderen Ländermärkten ist die Preisentwicklung für Pellets, mit Preisspitzen im Winter und einem bis zu 50 €/t niedrigerem Preisniveau in Frühjahr und Sommer, von einer hohen Volatilität geprägt [IEA Bioenergy Task 40: 2009b, S. 15ff]. KAPITELVII Nationale Produktion kann Nachfrage nicht decken

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