DCTI - Bioenergie Vers.1.2

78 Fazit & Ausblick Der WBGU schätzt das technische Potenzial der Bioenergie im Jahr 2050 auf 80-170 EJ pro Jahr. Dies entspricht einem Viertel des derzeitigen globalen Primärenergieeinsatzes und weniger als einem Zehntel des bis 2050 erwarteten Einsatzes [WBGU: 2008a, S. 4]. Biomasse ist in unter- schiedlichen Formen in nahezu allen Regionen der Welt verfügbar, so dass sich für die deutsche Bioenergie-Branche gute Exportchancen für auf dem Heimatmarkt erprobte Produkte und Tech- nologien abzeichnen. Der Bundesverband Bioenergie (BBE) geht davon aus, dass unter Nutzung der Exportchancen der jährliche Branchenumsatz von 10,7 Mrd € in 2008 bis 2020 auf 20 Mrd. € anwachsen könnte. Dies hätte auch positive Auswirkungen auf die Bedeutung, die der Bioener- giesektor in Deutschland als Arbeitgeber hat. So hält der BBE einen Anstieg der Beschäftigtenzahl von 96.000 in 2008 auf 200.000 in 2020 für möglich. Neben dem Technologieexport könnte durch die Internationalisierung des Biomassehandels zukünftig auch der Im- und Export von biogenen Rohstoffen und - auf den nachgelagerten Ebenen der Wertschöpfungskette - auch von verarbei- teten sekundären Bioenergieträgern, an Bedeutung gewinnen. Voraussetzung dafür ist aber, dass die technologische Spitzenposition durch kontinuierliche Weiterentwicklung neuer Technologien wie den Biokraftstoffen der zweiten Generation gehalten werden kann. Forschung und damit eng verknüpfte Technologiefortschritte könne nicht nur das Bestehen in einem von zunehmender Konkurrenz geprägten Markt sichern, sondern auch die gesellschaftliche Akzeptanz der Bioenergie erhöhen, wenn es gelingt dadurch auch das bestehenden Spannungs- verhältnis in Hinblick auf die tatsächliche oder gefühlte Flächen-, Futtermittel- und Nahrungsmit- telkonkurrenz aufzuheben oder zumindest zu entschärfen. Mit der technologischen Weiterentwicklung und dem entstehen reifer Märkte, dürften zukünftig auch die großen Öl- und Energiekonzerne verstärkt in der Bioenergieindustrie aktiv werden - auf der Suche nach langfristigen Alternativen zu den begrenzten fossilen Rohstoffvorkommen.

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