DCTI - Bioenergie Vers.1.2

94 Interview mit Helmut Lamp, Vorsitzender des Vorstandes des Bundesverbandes BioEnergie e.V. (BBE) 1. Was zeichnet die Unternehmen Ihres Verbandes – Ihrem Selbstverständnis nach – als CleanTech-Treiber aus? Die Bioenergie kann alle Energienachfragen – Wärme, Treibstoffe, Strom – bedienen, ist relativ problemlos speicherfähig und schont Klima und Ressourcen. Darüber hinaus eröffnet die rasant zunehmende Nachfrage nach Bioenergie-Technologien auf allen Kontinenten völlig neue Marktchancen für die deutsche Wirtschaft. 2. CleanTech gilt als Wachstumsmarkt. Teilen Sie diese Meinung und welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach die Bioenergie? Die Bioenergie stellt rund 70% der regenerativen Energien in Deutschland und wird auch künftig die tragende Säule der Erneuerbaren bleiben. Bereits seit zwei Jahren erbringt die deutsche Bioenergie einen höheren Endenergieanteil als die deutschen Kernkraft- werke. Bioenergieträger werden in spätestens zwanzig Jahren nach Kohle und Gas zu den weltweit meistgehandelten Energieträgern zählen. 3. Wo sehen Sie Synergien in den verschiedenen CleanTech-Feldern? Im Strombereich ist die Bioenergie grundlastfähig und optimiert somit die Nutzung von Wind- und Solarstrom. Im Verkehrssektor wird der Elektroantrieb für schienengebun- dene Fahrzeuge und städtischen Individualverkehr zunehmend Raum gewinnen. Als Ergänzung oder Alternative zu fossilen Kraftstoffen im straßengebundenen Fernverkehr bieten sich auch auf lange Sicht nur biogene Kraftstoffe an. Zur Deckung umweltfreund- lichen Wärmebedarfs ist die Solarenergie eine optimale Ergänzung biogener Heizsyste- me. Der Landwirtschaft eröffnet sie nicht nur – wie auch der Forstwirtschaft – zusätz- liche Einnahmequellen, sondern wird über den Anbau von Energiepflanzen die derzeit sehr engen Fruchtfolgen erweitern. 4. Wie sieht Ihre Wachstumsstrategie im Bereich CleanTech aus? Die Erkenntnis, dass Rohstoffressourcen überschaubar werden und ihre Preise schneller als gedacht in bisher nicht gekannte Höhen schießen, wird das Wachstum der Bioener- giebranche insgesamt befeuern. Um jedoch frühzeitig auf den sich abzeichnenden künftigen Märkten Pflöcke einzuschlagen und gegenüber ausländischen Wettbewerbern bestehen zu können, müssen Wirtschaft und Politik gemeinsame Entwicklungs- und Ausbauziele verfolgen und zügig umsetzen. Der Bundesverband BioEnergie (BBE) strebt für den Zeitraum 2020 bis 2030 allein für die Bioenergie einen Endenergieanteil von min- destens fünfzehn Prozent in allen Energiebereichen – Wärme, Treibstoffe, Strom – an.

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