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DCTI Spezial Photovoltaik v1.2

© DCTI 2010 | SPEZIAL | Photovoltaik 67© DCTI 2010 | SPEZIAL | Photovoltaik Dementsprechend ergibt sich für 2010 eine EEG-Umlage von 0,02 € pro Kilowattstunde, die von den Endverbrauchern für jede verbrauchte Kilowattstunde zu zahlen ist [Bundesnetzagentur: 2010c]. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat für 2009 den durchschnitt- lichen jährlichen Strombedarf deutscher Haushalte berechnet. Demnach liegt dieser bei rund 2.050 kWh für Ein-Personen-Haushalte, für Haushalte mit zwei Personen bei rund 3.440 kWh pro Jahr und für eine Familie mit drei Personen bei rund 4.050 kWh [BDEW: 2010]. Unterstellt man eine gleichbleibende Stromnachfrage von Seiten der jeweiligen Haushaltstypen auch im Jahr 2010, so führt die Umwälzung der EEG-Kosten demnach zu Mehrkosten pro Person und Jahr, die je nach Haushaltsgröße zwischen 41,96 Euro (Ein-Personen-Haushalt) und 20,73 Euro (Drei- Personen-Haushalt) liegen. Setzt man den Anstieg der Preise für Haushaltsstrom zwischen dem Jahr 2000 und 2009 um rund 66 Prozent in Bezug zum Anstieg der EEG-Umlage, so zeigt sich, dass nur elf Prozent der Steige- rung auf die EEG-Umlage zurückzuführen sind [EuPD Research 2010a, S. 13] Eine abgeschlosse Jahresabrechnung für die gezahlten EEG-Vergütungen und eingespeisten Strommengen aus erneuerbaren Energiequellen liegt derzeit erst für das Jahr 2008 vor. In die- sem Jahr hatte der Strom aus Photovoltaikanlagen einen Anteil von 6,2 Prozent an der gesamten im Rahmen des EEG eingespeisten Strommenge. Demgegenüber stehen Vergütungszahlungen von insgesamt rund 2,2 Milliarden Euro für Strom aus Photovoltaikanlagen, was einem Anteil von etwa 25 Prozent an den gesamten Vergütungszahlungen im Rahmen des EEG von etwas mehr als neun Milliarden Euro entspricht [BDEW: 2009] Photovoltaikanlagen weisen dementsprechend unter den erneuerbaren Energien mit die höchsten CO2-Vermeidungskosten auf, gleichzeitig verzeichnet die Branche jedoch kontinuierli- che Senkungen bei den Produktionskosten und damit auch bei den Stromgestehungskosten. In Hinblick auf die politisch gewollte - und auf Grund der Endlichkeit fossiler Rohstoffvorkommen langfristig unausweichlichen - Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien in Deutschland, wür- de die Beschränkung der Förderung auf derzeit kostengünstigere Technologien jedoch entschei- dende Nachteile mit sich bringen. Denn nur durch die Kombination der Vor- und Nachteile der einzelnen Technologien ist langfristig eine stabile Stromversorgung aus erneuerbaren Quellen möglich. Während von der Sonneneinstrahlung abhängige Photovoltaikanlagen im Sommer zur Mittagszeiten ihre Leistungsspitzen erreichen (übrigens genau zu dem Zeitpunkt, wo auch die Stromnachfrage auf Grund der laufenden Klimaanlagen ihren Höhepunkt erreicht) verhält es sich bei Windkraftanlagen tendenziell gegenläufig. Hier liegen die Ertragswerte im Winterhalb- jahr deutlich höher als im Sommer. Und Biogasanlagen können durch einen kontrollierbaren Prozess Regelenergie bereitstellen. Der Zusammenschluss verschiedener dezentraler erneuer- barer Energiequellen zur Bereitstellung einer stabilen Stromversorgung wird auch als virtuelles Kraftwerk bezeichnet. Ein Zusammenschluss der Industrie konnte in einem ersten Pilotprojekt zeigen, dass sich in Deutschland mit einem virtuellen Kraftwerk eine stabile Energieversorgung gewährleisten lässt [ISET: 2008]. KAPITELVIII